Hickory und Chips
Eine kleine Geschichte des Skibaus
Henry Hoek – Der Schi, 1925: "Hauptbedingung für einen guten Schi ist abgelagertes, langsam aber vollständig getrocknetes Holz, das fachgemäß behandelt wurde, und das nicht vor Alter mürbe geworden ist, tot und brüchig wurde. Das ist eigentlich so selbstverständlich, dassdarüber weiter gar nichts zu sagen ist. Wer sich Schier anschaffen will, der steht heute eigentlich nur noch vor der Frage: Esche oder Hickory?"
Neben Gedanken über die Skigeometrie, die erst in den letzten Jahren wieder mehr in den Focus der gerückt ist, beschäftigt seit jeher die Frage nach geeigneten Materialen die Entwicklerköpfe. Die Wahl des richtigen Holz war schon immer wichtig für Schnitzer, Tischler und Wagner, die Sympathie für einen Baum, der dem Ski Seele verlieh, entscheidend für die Qualität.
Anfang der sechziger Jahren planten die Franzosen eine Revolution im Rennsport. Metallskis wählten sie als Wunderwaffe, der durchschlagende Erfolg blieb allerdings vorerst aus. Mit der brauchbaren Verbindung von Entwicklungsansätzen und vor allem Materialien in Sandwichbauweise wurde der erste revolutionäre Schritt in Richtung moderne Skitechnologie erst am Ende des Jahrzehnts möglich gemacht. In den siebziger Jahren erlebte der Skisport enormen Aufschwung, die Notwendigkeit den Skibau zu Industrialisieren brachte Techniken mit sich, die je nach Aufwand die Herstellung mehr oder minder guter Skis in Massenfertigung erlaubte. Doch auch hier spielt die Aufmerksamkeit des Menschen der die Maschine bedient nach wie vor eine bedeutende Rolle. Ganze Serien (Montagsskis) können unbrauchbar werden, wenn der Maschinist die Verstopfung von mikrofeinen Einspritzdüsen durch Granulatteile übersieht und so ungewollte Hohlräume entstehen, die negativ auf die Elastizitätseigenschaften wirken und sogar Bruchstellen erzeugen. Eine namhafte österreichische Skimarke produzierte damit sogar ihr finanzielles Desaster. Aus den Entwicklungslabors dringen über die Marketingabteilungen, jedes Jahr aufs Neue, Aufsehen erregende Gedanken in die Öffentlichkeit. Man spricht von Chips und Fasertechnologien aus der Luftfahrt, von liquiden Metallen, Piezotechnologie und Stoffen die zu bemerkenswerten chemische Reaktionen führen sollen. Doch bei Renn- und anderen hochwertigen Skis greift immer noch gerne auf Holz und die bewährte Sandwichbauweise zurück. Mehr zum Thema auf kunstpiste.com
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