Mehr Sicherheit auf Skipisten – FIS Regel Nr. 1 RÜCKSICHT!

news | stories | nicola 24. Januar 2009 

Vorweg, ich bin gegen Einführung von Helmpflicht und der Gedanke an einen Ski-Führerschein erscheint mir reichlich abstrus. Für beide Maßnahmen fehlen auch rechtliche Grundlagen; im Gegensatz zur Strasse (Stvo) gibt es noch keine Ski-Verkehrsordnung und diese müsste dann nicht nur für Pisten sondern für den gesamten Skiraum erstellt werden.
Wer nimmt die Prüfung ab und wer kontrolliert?

Skischulen sehe ich als Skiführerscheinprüfer nur bedingt geeignet. Stellt man einem Oligarchen, der mit einem ordentlichen Bündel Scheinen winkt, den Freischein nicht mal einfach so aus? Drückt man beim rabiaten Sohn vom Stammgast nicht vielleicht beide Augen zu? Wer vom Skilehrer-Personal ist so unbestechlich und obendrein qualifiziert um über sein oder nicht sein auf der Piste zu entscheiden? Oder wäre es gar im Sinne einer guten Beschäftigungspolitik überflüssige Postler und Zöllner als Prüfungskommissäre in den Schnee zu schicken?

Auch die „Ski-Verkehrskontrolle“ würde mit dem Führerschein wohl unabdingbar werden… Ich sehe schon Pisten-Bullen statt Pisten-Bullys an der Bergstation. Fahrzeugkontrolle! Jeder, der mit zu scharfen Kanten oder ungepflegtem Material, unzeitgemäßer Kleidung oder der liebevoll gestrickten Pudelhaube von Omi, ohne Sonnenschutz unterwegs ist oder etwas müde dreinschaut, wird mit dem Lift ins Tal geschickt. Der so vor den Kopf gestoßene Gast hat dann auf der Talfahrt bestimmt genug Zeit um den Plan für den nächsten Winterurlaub auf den Malediven heranreifen zu lassen…

Die eigentliche Frage lautet – wo fängt man an und wo hört man auf?

Führerschein, Helmpflicht, Geschwindigkeitskontrollen? Ich würde an das Bewusstsein für Mensch und Berg plädieren; und dafür sollte sich in erster Linie der Betreiber des Skigebiets einsetzen!

Nordamerikanische Skigebiete sind diesbezüglich vorbildlich: schon an der Kasse bedankt man sich freundlich, dass der werte gast sich entschieden hat hier zu sein; bei der Ticketkontrolle, steht neben dem Drehkreuz, das es in vielen Gebieten (nicht aus Mangel an technischem Know-How, sondern aus psychologischen Gründen) nicht gibt, ein fescher Bursch oder ein strahlendes Mädel mit der lächelnden Aufforderung den Tag zu genießen (das ist leistbar, denn Studenten, die sich als Volunteers eine nette Wintersaison machen wollen gibt es genug); der Liftsessel ist trotz Schneesturm frei von Schnee; irgendwo auf der Piste fragt dich eine nette Pensionistin im Liftler Outfit, das erhält sie mit dem Liftpass für ihre Dienste, ob du ein Taschentuch, einen Schluck Wasser oder ein Zuckerl möchtest… kurz gesagt, es wird die Stimmung vermittelt, dass man hier Rücksicht nimmt und du gerne gesehener Gast bist. Zudem kommt hier wohl die angelsächsische Fairplay-Kultur zum Ausdruck, denn Drängler und Rowdies werden weder in den Rockies noch weiter östlich goutiert.

Und wie steht es bei uns in den Alpen?

Das Parkplatzaufsichtsorgan benimmt sich wie ein wahnsinniger Strafkoloniewärter; die Kassiererin schaut hantig drein und bellt befehlsartige Anweisungen an zahlungswillige Kunden; der Drehkreuzwärter sitzt im warmen Kabäuschen und kommt nur unwillig zu Hilfe und erst wenn sich Kind und Kegel schon fast stranguliert haben; das Kältegfühl am vereisten Liftsessel entspricht der eisigen Miene der Einstieghilfe… vielleicht werden deshalb auf Screens und allen sonstigen möglichen Flächen sogar die Vorzüge von Wäschetrocknern beworben, anstatt zu Vor- und Rücksicht motiviert. Der Verdacht, dass es sich hier nicht um den Mensch sondern um Profit und Massenabfertigung dreht, drängt sich auf; schließlich sieht man sich als Skitouristiker mit mannigfaltiger Konkurrenz Auge um Auge, Zahn um Zahn konfrontiert

Der langen Rede kurzer Sinn: hier wird die (Ab)Rechnung mit dem "gemeinen Skivolk" ohne Wirt gemacht, der auf das Wohl seiner Gäste achten sollte – eine rücksichtsvolle Atmosphäre könnte bestimmt wirkungsvoller als Gesetze und Strafen sein!

 





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