World Skitest 2009/10 – Wiener Alpen, Semmering
Mit rund 250 Paar Skis der neuen Saison fand der World Skitest 2009 diesmal am Semmering statt. Die gute Schneelage und eine ausgezeichnete Testpiste liessen trotz relativ hoher Temperaturen einen durchaus aussagekräftigen Skitest zu. edelwiser war diemal recht massiv vertreten: Nicola, Erwin und Thomas als Skitester, Axel Rohr als Photograph und Skitester, der edelwiser SWING als Testski in der neuen Kategorie Open Space. Die Einführung dieser Kategorie ist nicht zuletzt auf die Initiative von edelwiser erfolgt.
Der World Skitest wird generell als "Blindtest" abgewickelt. Jedes Paar Ski ist mit schwarzer Folie überklebt, der Tester darf den Ski nicht berühren, die Bindungen werden vom einem Serviceteam eingestellt. Nach jeder Fahrt wird vom Tester ein Bewertungsbogen ausgefüllt, dabei werden folgende Punkte auf einer Skala zwischen 1 und 10 bewertet:
- Langer Schwung
- Kurzer Schwung
- Kantengriff
- Laufruhe
- Alllgemeiner Kraftaufwand
Nachdem der Tester ca. 10 bis 12 Paar Skis einer Kategorie bewertet hat, erhält er nochmals das erste Paar aus seiner Testreihe und bewertet dieses noch einmal. Diese Bewertung ersetzt dann die Bewertung seiner ersten Testfahrt und gilt als Eich-, oder Kalibrierungsfahrt.
Folgende Kategorien wurden getestet:
- Damen Slalom
- Damen Allround
- Herren Allround
- Herren Riesenslalom
- Allmountain
- TwinTip > Piste und Park
- Jugend
- Open Space > das edelwiser "Functional Design" siehe links
Neben der Bewertung der Fahreigenschaften werden alle Skis von jedem Tester einer Beurteilung des grafischen Designs und der Haptik unterzogen.
Das Testteam steht unter der Leitung von Franz Klammer und besteht aus rund 150 Personen, die eine breit gestreute "Skikompetenz" repräsentieren. Sowohl aktive als auch ehemalige Weltcupläufer als auch weniger geskillte Skiers sollen in der Lage sein, das Bild rund zu machen. Zusätzlich gibt es für die Beurteilung der Twin Tip Skis eine Reihe von Profi Freeriders.
Abgerundet wird der Skitest mit einem ansprechenden Social Program in dessen Rahmen diverse Produktpräsentationen im Bereich der Skibekleidung im Rahmen einer Modenschau (Spyder, Kjus, Besson, Girardelli, E+O, Zanier und Carrera) gezeigt werden. Obendrauf gab es diesmal noch Lifeauftritte von Luttenberger & Klug, den jungen Zillertalern und Nordwand, die für ordentlich Stimmung sorgten.

Unsere Meinung zum Skitest
Erwin:
Nix wirklich neues an der Skifront, Skis im mittlereren Preisbereich sind großteils nur mit großem Kraftaufwand zu fahren, die Skis geben einem kein Signal, dass sie auch wirklich Skis sind, auf die man sich verlassen kann – schade, denn so ein Ski macht wirklich keinenn Spaß und beschert einem mühsame Skitage. In der Kategorie Allmountain und Open Space waren einige Skis dabei, die angenehm zu fahren waren.
Thomas:
Nach wie vor finde ich es sehr merkwürdig, dass sich die großen Skihersteller immer noch sehr schwer tun, gut abgestimmte Ski für den „normalen“ Skifahrer zu bauen. Mein Eindruck ist, dass die meisten Ski sehr in Richtung „Race & Power“ gehen. Das liegt wohl daran, dass die „Großen“ sich allesamt über den Skirennsport positionieren. Nicht dass die Ski durchweg schlecht sind, sie benötigen in meinen Augen nur zuviel Konzentration und Kraft beim fahren. Der eine oder andere hat schon Spaß gemacht, nur über einen ganzen Skitag ist das nicht fahrbar. Entäuscht war ich ehrlich gesagt von der Kategorie Open Space. Dort hätte ich eigentlich mehr „kleine feine Hersteller“ erwartet und nicht gerade den Völkl Racetiger Power Switch – zumal der auf Position Cruise ganz lässig war. Wo waren denn Zai und Co?
Nicola:
Für mich ist es immer wieder bemerkenswert, zu spüren wie weit die Qualität der getesten Skis auseinanderliegt. Mit dieser Erkenntnis bin ich übrigens nicht allein, besonders Leute mit viel Ski-Erfahrung bemerken dieses Phänomen Jahr für Jahr erneut. In den von mir getesteten Kategorien "Damen Slalom" und "Damen Allround" waren jeweils zwei bis drei Skis, die ich für empfehlenswert halte, der Grossteil durchschnittlich und ein oder zwei Modelle von denen ich denke, dass sie der Käuferin viel Mühe machen könnten. Schade, denn gerade Frauen, die nicht sehr viel Erfahrung mitbringen, werden die Ursachen für Schwierigkeiten eher bei sich selbst als beim ungeeigneten Material suchen und schnell die Lust verlieren. Mein Fazit – Skis die mir nicht gefallen haben sind weniger Geschmacksache, (wie zum Beispiel die oben genannten Musikgruppen, die ich in meine persönlichen Charts nicht aufnehmen werde *g*), sondern im Hinblick auf leichte Bedienbarkeit durch den Durchschnittsanwender, am modernen Skimarkt eigentlich fehl am Platz sind. Der gängigen Aussage: "Es gibt keine schlechten Ski mehr!" kann ich mich also nicht anschliessen.
Links
- World Skitest Homepage
- Blitzlicht.at Eventbilder: 1 & 2
- Kronplatzblog
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