NEXT09: das Leben ist eine Beta Version

news | erwin 7. Mai 2009 

NEXT09, HamburgDer kurze Ausflug auf die NEXT09 war ein spannendes Eintauchen in die aktuellen Welten. "Wir befinden uns nicht nur in einer Zeit der wirtschaftlichen Rezession, wir befinden uns in einer Zeit der Restrukturierung der Wirtschaft und der Gesellschaft", sagt Jeff Jarvis. Der Autor des Buchs "What Would Google Do?" sprach auf der Konferenz am Hamburg darüber, was Unternehmen von der Suchmaschine lernen können.

Next09, Kampnagel, Hamburg

Das tolle Ambiente des Hamburger Kampnagels hat die aufregenden Atmosphäre der Konferenz angeheizt. In spannenden Zeiten verläuft die Suche auf die Frage "What’s next?" hektisch. Meinungen von Gurus werden hektisch konsumiert und mit den eigenen Ansätzen nach gemeinsamen Schnittflächen gecheckt. Junge Companies stellen ihre Modelle im Minutentakt im Elevetaor Pitch vor, das World Economic Forum zeigt sein breit angelegtes virtuelles Netzwerkpotenzial, Twitter, Facebook, Google, Apps sind die meist verwendeten Worte auf die allgegenwärte Frage: wohin zieht die Karawane?

Steve Rubel (Edelman’s crystal ball guy) projiziert unaufgeregt ein paar nüchterne Zahlen menschlichen Verhaltens auf das Board (In March the average American visited a mere 111 domains and 2,500 web pages) und spricht von "virtuellen Emabssies" (the end of destination web era), die Unternehmen bilden können. Er meint, dass wichtige zukünftige Entwicklungen der digitalen Welten für Unternehmen vor allem darin, liegen, dass sie originelle und hilfreiche Tools entwickeln und ihre Produkte wesentlich interaktiver und spannender präsentieren, die Kunden zu Gestaltern und Entwicklern machen, ihnen die Möglichkeiten zu geben über die Produkte und deren Benutzung zu kommunizieren.

Dazwischen noch ein kurzes Video Interview bei Xing darüber, wie man eine XING Gruppe erfolgreich moderiert, gegeben und einen köstlichen Tee bei  Andreas Unger von allmyTea getrunken.

Dieses Feuerwerk der Meinungen und Strategien lässt uns (Paul Blazek und mich) relativ locker zu unsere eigenen Präsentation gehen und darüber sprechen, dass bei edelwiser die Kunden das Produkt machen, wir keine wahnsinnig aufwändigen Websites betreiben aber in vielen verschiedenen Formen (auch offline) aktiv mit unseren Kunden über die Entwicklung und Benutzung sprechen und die Kontakte der Kunden untereinander fördern.
Thx to Paul und unserem einfühlsamen Moderator Stephan Uhrenbacher, dem Qype Mastermind. Paul Blazek & Erwin Werdenigg, Photo by Tapio Liller

Was schreibt die Presse über next09:
DIE ZEIT: Sinnvoll Twittern
FAZ: We are what we share
Stern.de: Jarvis: Einfluss des Web erfordert Kurswechsel
Netzzeitung.de: Jeff Jarvis, Google ist offener als Zeitungen
Spiegel.de: Web-Visionär Jarvis nennt Facebook rückständig

Laut Jarvis habe Twitter Facebook in einem zentralen Punkt überrundet: Twitter unterstütze konsequent sogenannte bottom-up-Kommunikation – und das, in Gegensatz zur E-Mail, in Form eines öffentlichen Forums. "Twitter schafft Kommunikationskanäle, über die Nutzer direkt auf Firmen einwirken können", sagte Jarvis. Facebook dagegen unterstütze hauptsächlich top-down-Kommunikation, es schaffe zusätzliche Kommunikationskanäle für Firmen, die eigenen Botschaften zu platzieren.

Auch Haque kritisierte Facebooks Kommunikationsstruktur. "Die erfolgreichen Geschäftsmodelle der Zukunft werden diejenigen sein, die einen permanenten Rückkanal zum Nutzer etablieren", sagte der Medienforscher. Nur Firmen, die ihre Strategie an einem permanenten Feedback ihrer Kunden orientieren, könnten letztlich ihre vollen Möglichkeiten ausschöpfen. Kommunikationskanäle wie Twitter seien in diesem Sinne besonders effektive Mess-Werkzeuge.

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